Hufe
aus Fursuit.de, der freien Wissensdatenbank
Hallo :)
Hier möchte ich zusammenfassend beschreiben, wie man relativ einfach Hufe für einen Suit herstellen kann.
Diese Vorgehensweise lässt sich auch für Klauentiere (Kühe; Hirsche; Einhörner) anwenden, bei der Herstellung des Hufkörpers muss dann lediglich die spezifische Form berücksichtigt werden. (Denk dabei auch an die Stabilität; evtl müssen Stützschrauben verwendet werden)
WICHTIGER HINWEIS VORWEG:
BEI ARBEITEN MIT ELEKTRISCHEN WERKZEUGEN DIE SICHERHEITSHINWEISE IN DEN ANLEITUNGEN DER GERÄTE UNBEDINGT BEACHTEN!!! NUR GERÄTE VERWENDEN DIE DEN VORSCHRIFTEN ENTSPRECHEN UND IN EINWANDFREIEM ZUSTAND SIND!! BEI SÄGEN UNBEDINGT SCHUTZBRILLE TRAGEN!!! WERKSTÜCKE FEST EINSPANNEN!!
BEI VERWENDUNG VON CHEMIKALIEN (FARBEN UND KLEBERN) DIE SICHERHEITSHINWEISE UNBEDINGT BEACHTEN; RÄUME GUT LÜFTEN; DÄMPFE NICHT EINATMEN; SCHUTZBRILLE UND HANDSCHUHE TRAGEN
So das muss leider sein... viele Unfälle enstehen leider aus "Ich mach mal eben.. auaaaaaaaaaaa..."
..und noch ein Hinweis vorweg: In diesen Hufen läuft man(n) wie auf High Heels nur eben ohne "Heels".. übt vorher die Stellung ausgiebig, bedenkt, ihr lauft evtl über Stunden in dieser Stellnung.. das geht auf die Knochen.
Also was brauche ich???
Werkzeug! :
..als da sind : Stichsäge (bitte eine Bessere verwenden als die auf dem Foto Pendelhub ist ein Muß) ;Maßstab ; Bleistift; Dremel mit Fräser);Heissklebepistole mit Sticks; Pinsel und Farbe; Polyesterharz;(Huf)Raspel); Unterlagen; Pappkarton etc..
Material: Schuhe: sucht euch passende Schuhe aus die evtl schon getragen sind aber noch soweit ok. Hoche Schuhe sind zu empfehlen da sie dem Fussgelenk Halt bieten. Achtet bei der Sohle darauf, das es eine gut!geklebte Gummmisohle ist ,damit man die bedenkenlos bearbeiten kann (ich habe Loesdaus Trapper verwendet) Holz als Kern (aus einem Dachbalken) Hufeisen (vom Schmied; neu!; Vordereisen mit nur einem Aufzug) Flacheisen zur Stabilisierung Nylongurtmaterial Fell ;) (lang 100mm als Kötenbehang)
Hilfreich sind auch Fotos von echten Hufen (ich lebe mit einem echten Hufträger zusammen, darum ergab sich das automatisch ^^)
Die Hufkerne aus Holz habe ich grob auf einer Avola Baukreissäge zugeschnitten. Da nicht jeder über so ein Profigerät verfügt, kann alternativ auch eine Stichsäge mit Langblatt verwendet werden; jedoch ist hierbei zu beachten das die Oberflächen nicht grade werden und viel Nacharbeit erforderlich ist. Der Winkel in welchem die Schuhe aufgeklebt werden wird hierbei auch direkt festgelegt (daher VORHER üben ;) ) Nach Anzeichnen der Schuhgösse und der Eisengrösse (ich habe bei SG 40-41 ein Eisen Grösse 4 genommen) wird die Hufform mit der Stichsäge ausgesägt( gute Stichsägen lassen sich schrägstellen; für Markengeräte gibt es auch die passenden Langblätter); Strahlfurche nicht vergessen! Das Ganze sollte dann so aussehen :
Die Schuhe werden ebenfalls bearbeitet: Der Absatz wird weitestgehend entfernt sowie der Sohlenrand zurückgeschnitten; der Schuh wird Teil der Hufwand.
Passprobe und Links/Rechts festlegen... Unebenheiten nacharbeiten!
..weil jetz wird geklebt... und zwar mit Heißkleber der Schuh auf den Holzkern! ..dazu den Schuh mit Heisskleber belegen und dann auf den Holzkern setzen (Markierungen helfen bei der Positionierung). Entstehende Spalten werden mit Heißkleber ausgefüllt (evtl Schaumstoff verwenden; und zwar so, daß die Hufwand in den Schuh übergeht.
Das Ganze ausreichend auskühlen lassen.
Wer mag (man sollte es eigentlich machen; allein schon wegen dem Sound *g*), kann nun die Unterseite der Hufe mit dem Dremel/Holzfräser ausmodellieren
Ein Flacheisen dient der Stabilität: Beim Laufen bewegt sich der Fuß und somit der Schuh, er kann daher vom Holzkern losreissen. Ein entsprechend gebogenes Flacheisen wird mittels Holzschraube an den Hufkern geschraubt.. und.. da Heißkleber nicht so gut auf Metall hält.. mit Nylongurtmaterial an den Schuh geklebt
Hier gilt wirklich auchmal: Viel hilft viel... Spalten und Ritzen sorgfältig vergiessen.
Nun sollte die Gesamtform nochmal mit der (Huf) Raspel bearbeitet werden (Vergleich mit dem Original) damit die Endform überzeugen kann. Ein Probelauf in dieser Phase kann ebenfalls nicht schaden, denn noch kann man das Ein oder Andere korrigieren/repariernen.
Wenn nun alles zur Zufriedenheit passt und hält und nix zwickt... ..dann kommt der "sauige" Akt: Der Holzkern wird mit Polyesterharz und Glasfasermatten (aus dem Autozubehör) stabilisiert und die Eisen aufgeklebt (aufs Nageln habe ich verzichtet, damit sich das Holz nicht spaltet) Dazu den Arbeitsplatz sorgfältig abdecken; ausreichend Pinsel zurechtlegen... Das Harz bindet in ca 15 min ab... da lässt sich einfach nix reinigen; die Pinsel werden weggeworfen. Das Material wird gemäß Anleitung verarbeitet; die Glasfasermatten werden entsprechend zugeschnitten und auf den harznassen Huf aufgelegt (2-3Lagen); jeweils nachstreichen (Harz muß mehrfach angerührt werden) Die Eisen werden ebenfalls ins nasse Harz gelegt (die Hufe stehen Kopfüber in einem passenden Karton); evtl entstehende Spalten werden nach und nach vergossen (auch durch die Nagellöcher). AUSREICHEND TROCKNEN LASSEN!! (das Harz bleibt ein wenig "klamm")
Wenn Ihr alles richtig gemacht habt, sollte das nun so aussehen:
Nächste Schritte: Farbgebung: Ich habe den Huf lediglich seidenmatt Schwarz gestrichen; es gibt soviele Hornzeichnungen und wenn man schwarzes Huffett verwendet sieht das ähnlich aus; wer künstlerisch ambitioniert ist, kann ja versuchen die Hornstruktur nachzuzeichnen :)
Befellen: Ich habe längeres Fell genommen (100mm) um Kötenbehang darzustellen. Je nach gewünschter Rasse wird entsprechendes Fell in korrekter Strichrichtung auf den Schuh geklebt; achtet darauf das sich der Schuh zum Anziehen auch öffnen lassen muß; hier ist eine öffnenbare Überlappung vorzusehen (Klettverschluß)
..und wenn Ihr das nu habt....
....dann könnter Lostraben...... aber Vorsicht, gewöhnt Euch erst an das ungewohnte Laufen.... und Treppen muss man RÜCKWÄRTS runtergehen.... echte Pferde können das auchnicht ^^
Anhang:
Anatomie: Pferde sind vom Bauplan genauso aufgebaut wie alle Säugetiere; im Prinzip lassen sich die jeweiligen Knochen/Gelenke 1:1 zuordnen. Pferde sind Zehenspitzengänger; im Laufe der Evolution haben sich die "Finger" bis auf den Mittelfinger zurückgebildet, sodaß heute sozusagen nur noch eine Gliedmaße übrig ist. Der Huf entspricht unserem Fingernagel; das Pferd läuft sozusagen auf den Fingerkuppen; geschützt durch eine Hornkapsel.









