Kleben

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Wenn beim Suitbau zwei Teile dauerhaft zusammengefügt werden müssen, wird meistens genäht oder geklebt.

Häufig werden Teile der Kopfkonstruktion, das Fell an Kopf und Pfoten und "Verzierungen" wie Nase, Augen, Zähne und Krallen verklebt.

Beim Kleben sollte man sich bewusst sein, dass sich die geklebten Teile normalerweise nur sehr schwer wieder lösen lassen (z.B. für Reparatur) und üblicherweise nicht waschbar sind.


Inhaltsverzeichnis

Vorbereitung

Klebestellen sollten immer sauber trocken und fettfrei sein: vorher z.B. mit Alkohol oder Aceton gründlich reinigen. Wenn möglich die Klebeflächen anrauhen (Schleifpapier, Drahtbürste)

Gut vorbereitete Klebeflächen tragen mehr zur Haltbarkeit bei als alles andere!


Kleberarten und Verwendung

Heisskleber

Beim Heisskleben wird eine Klebestick aus Kunststoff in einer Klebepistole erhitzt bis er flüssig ist. Den flüssigen Kleber kann man dann durch eine "Spritze" an der Pistole auf eines der zu verklebenden Teile auftragen. Nun drückt man das zweite Teil gegen den noch flüssigen Kleber und wartet einige Sekunden bis wenige Minuten bis der Kunststoffkleber abgekühlt ist, und die Teile sind dauerhaft verklebt.

Vorteile:

  • Sofort ausgehärtet und belastbar, keine Wartezeit (Trocknen)
  • Teile müssen nicht durch Klemmen fixiert werden
  • Füllend, verklebt auch mechanisch unpassende Oberflächen und grobporige Materialien
  • verklebt fast alle Materialien, die die Hitze aushalten

Nachteile:

  • Material muss hitzebeständig sein
  • kaum Korrekturzeit beim Kleben
  • hinterlässt oft "Beulen" unter Fell und quilt durch mesh und Löcher
  • Klebestelle wenig flexibel
  • billige Klebesticks werden unflexibel und brechen schnell
  • Verbrennungsgefahr! (bleibt in Schaumstoffen und Fell lange heiss)

Verwendung: Nahezu überall

Kontaktkleber

Kontaktkleber (z.B. Schusterkleber, UHU contact, Renia) werden satt auf beiden Klebeflächen jeweils einzeln aufgetragen und 7-15 Minuten angetrocknet. Danach kann man nun beide Teile zusammenpressen und die Klebestelle hat schon fast 50% ihrer Klebekraft. Nach einer weiteren Aushärtung von bis zu 24 Stunden ist die Klebestelle voll belastbar.

Die meisten Kontaktkleber bestehen aus Polychloropren (d.h. Neopren) und einem Lösungsmittel. Polychloropren kristallisiert unter Druck, worauf die Klebekraft von Kontaktklebern beruht. Das bedeutet, dass die Festigkeit einer Klebestelle bei Kontaktklebern nicht von der Menge an Klebstoff abhängt, sonderm vom Druck, mit dem die Teile aufeinander gepresst wurden.

Vorteile:

  • Teile müssen nicht durch Klemmen fixiert werden
  • verklebt fast alle Materialien (meist auch die, die nicht auf der Verpackung stehen (zerstört aber manche Kunststoffe)
  • verklebt auch unter Luftabschluss (große nicht luftdurchlässige Flächen)
  • hohe belastbarkeit und Klebekraft
  • bleibt meist sehr flexibel

Nachteile:

  • erst nach aushärtezeit voll belastbar
  • nach Kontakt ist die Lage nicht mehr korrigierbar!
  • gefährliche Dämpfe
  • Lösungsmittelgeruch bleibt lange

Verwendung: Nahezu überall. Gut, um Fell und Schaumstoffe zu verkleben


Standardkleber / UHU / Bastelkleber

Wird nicht empfohlen. Geringe Klebekraft und Haltbarkeit. Für einfache Aufgaben notfalls OK.


Sekundenkleber

Sekundenkleber bestehen aus Cyanacrylat, das unter den richtigen Bedingungen (Luftfeuchtigkeit) blitzschnell polymerisiert, also zu einem Kunststoff wird.

Vorteile:

  • kleben Materialien, die mit anderen Klebern nicht funktionieren (bspw. Kunstleder)
  • binden sehr schnell ab (in "Sekunden")
  • hohe Klebkraft
  • geringer Verbrauch

Nachteile:

  • nicht temperatur- oder feuchtigkeitsstabil
  • sehr spröde im ausgehärteten Zustand
  • kein Flächenkleben möglich
  • gefährlich in der Anwendung (klebt Haut und Augenlider)

Verwendung: Selten im Suit-Bau.

Mehrkomponentenkleber und Kunstharze

Als "Zweikomponentenkleber" bezeichnet man landläufig Kleber aus Kunstharzbasis. Diese werden kurz vor Gebrauch aus zwei Komponenten ("Binder" und "Härter") zusammengemischt. Sie sind dann zwischen 15 Minuten und 2 Stunden verarbeitbar und härten innerhalb von 12-24 Stunden aus (abhängig von der Temperatur.)

Vorteile:

  • kann Hohlräume auffüllen (ähnlich Heisskleber)
  • enorme Festigkeit
  • nachkorrigierbar (im Gegensatz zu Kontaktkleber)
  • klebt viele Materialien

Nachteile:

  • muss bis zum endgültigen Abbinden fixiert werden

Verwendung:

Selten.

Sprühkleber

Sprühkleber sind meistens normale Kontaktkleber, die mit etwas mehr Lösungsmittel versehen sind und in Sprühdosen abgefüllt werden. Es gibt aber auch spezielle Sprühkleber, die beispielsweise wieder ablösbar sind.

Die meisten Sprühkleber haben ein sehr diffuses Sprühbild und können deshalb nur sehr grossflächig aufgebracht werden. Es gibt auch Varianten mit speziellen Düsen, mit denen sich das Sprühbild genauer kontrollieren lässt. (Bspw. 3M Scotch-Weld 90.)

Nach dem Sprühen sollte man die Dose immer auf den Kopf stellen und sprühen, bis nur noch Treibmittel entweicht; dies verhindert, dass die Düse verklebt.

Vorteile:

  • kleben grosse Flächen
  • geringerer Verbrauch bei saugfähigen Materialien (wie Schaumstoff)

Nachteile:

  • nicht genau dosierbar
  • Sprühnebel ist giftig (sollten deshalb im Freien und mit Atemschutz verarbeitet werden)

Verwendung:

Zum grossflächigen Verkleben von Schaumstoffteilen, Verkleben von Schaumstoff-Paddings mit einem Unter-Suit, ...

Rubber Cement

Rubber Cement (im angelsächsischen Raum auch unter dem Markennamen "Copydex" bekannt) besteht aus Latexmilch, die mit einem Lösungsmittel verflüssigt wird. Zum Einsatz kommt entweder Wasser oder ein organisches Lösungsmittel wie Heptan. (Zur Unterscheidung: Ist der Kleber weiss und stinkt nach Ammoniak, ist er auf Wasserbasis; ist er durchsichtig und stinkt nach Aceton, ist er auf Lösungsmittelbasis.)

Rubber Cement kommt meistens als Kontaktkleber zum Einsatz, wobei beide Werkstoffe mit dem Kleber bestrichen werden und trocknen gelassen werden. Beim Kontakt der frischen Klebeflächen "verschmelzen" die Latexschichten auf beiden Teilen.


Vorteile:

  • elastische Klebestellen

Nachteile:

Verwendung:

Holzleim

Holzleim ist eine wässrige Lösung von Polyvinylacetat (PVA). Er eignet sich hauptsächlich zum Kleben von porösen Materialien wie Holz oder Papier. Im Gegensatz zu vielen anderen Klebstoffen ist er weitgehend säurefrei und ungiftig.

Vorteile:

  • ungiftig
  • wasserverdünnbar

Nachteile:

  • lange Abbindezeit
  • nur für wenige Materialien anwendbar

Verwendung:

Im Suitbau wird PVA-Kleber selten verwendet. Eine Ausnahme ist die Verarbeitung von Papiermaché: verwendet man hier PVA-Kleber (zu 50% mit Wasser verdünnt) statt Tapetenkleister, entsteht ein weitgehent wasserfestes Papiermaché.

Polyurethankleber und Silikone

Vorteile: Nachteile: Verwendung:


Klebetechniken

Kunstfell verkleben

Kleber als Modelliermasse



--SibSerag 14:59, 7. Okt 2008 (CEST)

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